Solo Nachverkostung des #probiersalesday 2006 Eichkogel Zweigelt Reserve von Krug

>> Donnerstag, 19. November 2009

Rebsorte: Zweigelt
Bodenpflege: Naturnaher Weinbau
Bodenart: Lehmboden
Erziehungsform: halbhohe Kultur, Kordonhöhe 70 cm
Lese: Handlese
Gradation: 22 ° KMW
Gärung: Gekühlte Gärung bei 30 °C, 10 Tage auf der Maische, danach Säureabbau im Stahltank
Ausbau: altes und neues Barrique
Alkohol: 14 Vol.%
Säure: 5 ‰
Restzucker: 3,5 g/lt.

Nachdem ich bei dem berühmten und berüchtigten #probiersalesday, heute #twv auf Twitter, leider nur an der Verkostung des wirklich guten Sauvignon Blancs vom Weingut Hofmann aus Rheinhessen teilnehmen konnte, holte ich auf Solopfaden nun die Verkostung des 2006 Eichkogel Zweigelt Reserve von Krug nach. Dieser war der zweite Wein im zusammengestellten Paket der @weinlounge aus Hamburg.
Wer über den Ablauf des #twv nocheinmal nachlesen möchte, der kann das hier tun.
Nun zum Tropfen aus Österreich.
Im Glas präsentiert er sich tiefrot mit pregnanten violetten Reflexen. Sehr gebündeltes Bukett aus diversen Waldfrüchten, Karamellnuancen, reizende und helle Würze und einen Hauch von Minze. Am Gaumen erstmal ein bissig stechender und bitterer Geschmack. Wuchtige Gerbsäure lässt nur noch den Notfallplan Dekanter zu. Nach drei Stunden an der frischen Luft, erreicht dieser Wein eine leichte Harmonisierung. Am Gaumen nun dichte Johannisbeerenkonfitüre im bitteren, nicht süßlichen Bereich. Ein sirupartiger Film legt sich um Gaumen und Zunge. Unausgewogenes Säuregerüst. Grasig und alkoholwuchtig. Erinnert im Finish eher an einen unterdurchschnittlichen Sherry.
Fazit: Obwohl ich persönlich ein Liebhaber kräftiger und rassiger Rotweine bin, so vermisse ich bei diesem Tropfen die Balance. Hier treten nicht nur einzelne Stoffe unangenehm hervor, der Alkohol und die Gerbsäure machen ihn in diesem Stadium ungenießbar!

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Jonathan Meese stellt in der Galerie Noah im Glaspalast Augsburg aus

>> Dienstag, 17. November 2009

„Jonathan Meese. Mein Taxi ist schon weg. Humpty DUMPTY’S NAHRUNGSKETTE de BRONSON: SAALKUNST IST die Totale Graphik, wie MUMIN de Scarlettierbaby’s METABOLSMUSSCHNAUZE. EIEIEI“ Ausstellungsdauer: 13.11.2009 – 24.01.2010 12.11.200
Die Galerie Noah zeigt Arbeiten von Jonathan Meese (Jahrgang 1970). Seine Werke sind international anerkannt und befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen. Das enfant terrible der zeitgenössischen Kunst, dieser außergewöhnliche junge deutsche Künstler, studierte bis 1998 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Franz Erhard Walther.
Der Titel der Ausstellung Mein Taxi ist schon weg. Humpty DUMPT’S… wurde von Jonathan Meese selbst für seine erste Präsentation in der Galerie Noah gewählt. Der sperrige Satz ist ein Paradebeispiel für Meeses Kunst, deren Vieldeutigkeit und Rätselhaftigkeit den Betrachter unweigerlich zum Wesentlichen zwingt, nämlich der Vorstellungskraft jedes Einzelnen. Der Künstler identifiziert sich mit dem Fabelwesen Humpty Dumpty aus L. Carrolls „Alice hinter den Spiegeln“, er steht genau wie dieses außerhalb der Gesellschaft. Er kämpft gleichsam einen Kampf gegen die Windmühlenflügel zugunsten einer Revolution der Kunst nach seinen persönlichen Maßstäben. Dabei ist sein Wahlspruch bei allen Performances „Die einzige Diktatur ist die Diktatur der Kunst“. Rose-Maria Gropp (FAZ 29.07.2009; S. 30) beschreibt den Künstler in seiner Retrospektive im Musum Arp (Rolandseck) mit folgenden Worten „Jonathan Meese ist ein Mistviech, ein Scharlatan und ein Eulenspiegel, wie derzeit kein Zweiter herumläuft.“
Meeses Leinwände, Grafiken, und Skulpturen in der Galerie Noah schreiben das ewige Thema seiner Kunst fort: Hohles Pathos wird als absurde Karikatur entlarvt, in seinen Skulpturen erblicken alle Weltverbesserer ihre Fratzen. Jede Hoffnung auf höhere Sinngebung entpuppt sich als Possenspiel.
Kontakt: GALERIE NOAH im Glaspalast 86153 Augsburg Tel. 0821 – 81 511 63 Fax. 0821 – 81 511 64 Öffnungszeiten: Di – Do 11 - 15 Uhr Fr, Sa, So u. Feiertage 11 - 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung http://www.galerienoah.com/home20.0.htmlAnsprechpartner: eva.wiest@galerienoah.com

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Weinbloggerkodex Ja! Biblische Gesetze Nein! Kommentar zu @wuertz Beitrag zum Thema "Blogggerkodex"

>> Montag, 16. November 2009

Der im Vorfeld heiß diskutierte Weinführer "Gault Millau" wurde, aufgrund unbekannter Tatsachen, über diverse Onlineversandhäuser, sowie im Einzelhandel zu früh dem Kunden zum Kauf angeboten. Soll heißen die Sperrfrist des Verlages wurde nicht eingehalten. Nun entsteht, u.a. auf dem Blog von Winemaker und Web 2.0 Koryphäe Dirk Würtz, eine Diskussion über Sinn und Unsinn eines Weinbloggerkodex.
Hätte die Weinbloggerschaft schon vorab über die Neuerscheinung des Gault Millau berichten dürfen oder nicht? Gelten für Profis der Journalie dieselben Gesetze, wie für Weinblogger?
Meine Ansicht lautet, wie folgt: Das Problem ist die mangelnde Transparenz! Jeder vinophile Blogger, der den Microbloggingdienst Twitter nicht in Anspruch nimmt, was aus derzeitiger Sicht und Entwicklung nachvollziehbar wäre, hätte das Thema Sperrfrist völlig verpasst! Wenn er sein Exemplar des Gault Millau z.B. bei dem Onlinehandel amazon.de bestellt hätte, wäre “der Führer” :-) schon am Freitag im heimischen Briefkasten gelandet. Deswegen sollte man vorschnellen Bloggern aus Unwissenheit Amnestie gewähren und allen anderen besseren Wissens zu einem unausgesprochenen Kodex verpflichten. Ein Weinbloggerkodex kann nur in unserem Sinne sein, denn solche Stilmittel stehen für Seriösität und rücken die Szene in ein aktzeptierteres Licht! Die “zehn goldenen Regeln des Weinbloggens” sollten bitte in der Schublade verweilen, da uns diese Idee schnell wieder zu Walldorfschülern degradiert, frei nach dem Motto “Zehn Regeln, wie ihr umweltfreundlich euren Namen tanzt und Stempel aus Kartoffeln schnitzt!” Ein Kodex ist eine alltäglich präsente Agenda, die frei nach ethisch, moralisch und gesellschaftskonformen Grundsätzen sich vielen individuellen Aufgaben stellen muss. Zehn Grundsätze führen einzig und allein ins Simplicissimus Nirvana!
Es grüßt der Direttore!

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Die Rückkehr der Toskana sollte das Fernbleiben der Toskanfraktion untermauern oder Tenuta di Biserno

>> Dienstag, 10. November 2009

Meine Leidenschaft zum Wein fing mit einer Flasche 1998 Ornellaia an!

Dieser Traumtropfen entfachte in mir eine Liebe, die nicht nur dem Rebensaft als solches frönte, sondern sich auch auf das Herkunftsland, die Toskana, ausweitete. Ich verbrachte viele Urlaube in der Gegend um Bolgheri, Montalcino, Arezzo bis ich letztendlich ein kleines etruskisches Dorf am Berge, Anghiari, fand, dort verweilte und in regelmäßigen Abständen diesen Ort aufsuchte..

Das Problem? Ich teilte meine Liebe mit einem Hype an hunderten von plötzlichen Toskanaliebhabern aus allen Schichten. Angefangen von irgendwelchen B-Promis bis hin zu unserem damaligen Außenminister Joschka Fischer! Jeder kannte, erreichte und diskutierte auf einmal über dieses Land. An der Pommesbude an der Ecke bis zu den Vorstandsetagen! Lange Zeit fragte ich mich, was diesen Boom ausgelöst haben konnte, machten doch die meisten Urlauber am Gardasee stopp, um sich ein Wienerschnitzel und ein Fanta zu bestellen, warum also nun die Affinität zu Castagnaccio toscano, Raviolo alla crema di cavolo nero oder meine wuchtige Geschmackserfüllung, das Bistecca alla Fiorentina?

Nun, ich weiß es nicht, so wie ich viele Enstehungsgeschichten zu gewissen Trends nicht nachvollziehen kann. Leider hatte dieser Boom meiner subjektiven Meinung nach auch einen Nachteil: Der Wein wurde immer schlechter! Was waren die Ornellaias, Sassicaias bis hin zu den "normalen" Chianti Classicos diverser Kellereien aus den 80zigern und 90zigern für Geschmacksbomben und welch dünne und seichte Plörre bringen die 2000er hervor? Sicherlich bestätigen in diesem Falle unzählige Ausnahmen die Regel, wie diese Geschichte, die mir meine Freude an toskanischen Wein wieder auflammen ließ.

Der Gründer der Tenuta dell Ornellaia, Ludovico Antinori verkaufte selbige ca. Anfang 2000. Heute ist die Tenuta dell Ornellaia im Besitz der Marchesi de Frescobaldi. Seit einigen Jahren betreibt Ludovico, der Bruder des allmächtigen Pietro, die Tenuta die Biserno.

Mit was für einem Paukenschlag er sich zurückmeldet! Bisher reicht das Repertoir vom Basis 2007 Insoglio, über den Zweitwein des Bisernos, der "Il Pino di Biserno" bis hin zum "Biserno" himself. Zudem wird noch der Extra Virgin Olive Oil und der Grappa di Biserno angeboten.

Diese Weine bündeln alle Elemente meines Traums der Toskana und legen in ganz großem Stil auf! Die einzelnen Verkostungsnotizen folgen bald hier auf unserem Blog.

The Tuscan is back! The Name? Tenuta di Biserno!

Untenstehend ein Video in dem Ludovico Antinori den Zweitwein "Il Pino di Biserno" vorstellt.

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1996 Guado al Tasso Bolgheri DOC Superiore Antinori

>> Mittwoch, 4. November 2009

Rebsorten
60 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 10 % Syrah

Pressetext

KLIMA/WETTERVERLAUF
Anfangs war der Frühling kühl, deshalb begann der Austrieb etwas verspätet. Eine warme Periode gegen Ende des Frühlings begünstigte Blüte und Traubenbildung, die optimal verliefen. In der zweiten Hälfte August änderte sich aber das Wetter. Wir haben die überzähligen Trauben im Weinberg ausgedünnt und die besten hängen lassen. Die ausgewählten Trauben reiften unter den bestmöglichen Bedingungen, sie zeigten bei der Lese einen optimalen Zustand und die sortentypischen Aromen.

WEINBEREITUNG
Die Merlot-Trauben wurden ca. eine Woche früher als die Cabernet-Sauvignon-Trauben gelesen. Beide Sorten wurden separat vinifiziert. Nach dem Entrappen wurden die Trauben sanft in Edelstahlbehältern eingemaischt. Die alkoholische Gärung auf der Maische dauerte ca. 12 Tage, bei einer Temperatur unter 30°C. Die Weine waren reich an Farbe, aber weich und ohne adstringierende Noten. Sie kamen in neue Barriques aus französischer Eiche (Allier und Tronçais), in denen vor Jahresende auch die malolaktische Gärung (der biologische Säureabbau) vollendet wurde. Anschließend erfolgte eine sorgfältige Assemblage der verschiedenen Weine. Der Wein wurde wieder in die gleichen Barriques gefüllt, in denen er dann ca. 14 Monate lang bis zur Abfüllung reifte. Es folgte eine Reifeperiode von mindestens 10 Monaten zur Verfeinerung in Flaschen, bevor der Wein zum Verkauf freigegeben wurde. Alkoholgehalt : 13,0% Vol.

GESCHICHTE
Guado al Tasso (Furt des Dachses) hat seinen Namen von einer kuriosen Begebenheit, die auf dem Weingut Guado al Tasso -Tenuta Guado al Tasso- relativ häufig zu beobachten ist: Dachse, die Bäche bei einer Furt überqueren. Die Weinberge befinden sich auf 45-60 m ü.d.M. auf steinigen, leicht kalkhaltigen Böden. Das Weingut Guado al Tasso liegt ca. 80 km südwestlich von Florenz, nahe dem mittelalterlichen Städtchen Bolgheri in der toskanischen Maremma. Die 900 ha große Besitzung erstreckt sich von der tyrrhenischen Küste bis zu den Hügeln. Neben dem Weinbau gibt es Olivenhaine, und es werden auch Weizen, Mais, Sonnenblumen und Tomaten angebaut. Guado al Tasso wurde zum ersten Mal 1990 erzeugt; es folgten die Jahrgänge 1992, 1993, 1994, 1995, 1996. Alle Jahrgänge wurden in limitierter Menge produziert.

Link fuer oben zitierte Angaben

DES DIRETTORES VERKOSTUNGSNOTIZ
Normalerweise bin ich begeisterter Anhänger sehr junger Guado al Tassos. Heute jedoch kam mir ein doch schon dreizehnjähriges Exemplar dieses Monstercuvees ins Glas. Dieser Oldie praesentiert sich im trüben Rot mit bräunlichen Reflexen. Ein herrlich weiches Bukett aus schmeichelnder Vanille, reifer Erdbeere, einen Hauch von Marzipan mit ausklingender Muskat. Am Gaumen mollige Eleganz, dennoch ein reizendes Säurespiel. Trocken. Präsente Bittermandel im Finish. Etwas über den Punkt, aber durchaus ein interessanter Zeitgenosse.

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